Varianten

Das Amateurfunkpeilen wird in verschiedenen Varianten veranstaltet. Neben reinen Wettkampfformaten und lockeren Familienereignissen wird sogar die Brücke zu neuen Freizeitaktivitäten wie dem Geocaching geschlagen. Neben dem Peilen der Senderstandorte und der Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass ist die Wahl der geeigneten Laufstrecke eine interessante Herausforderung.

Das eigene Leistungsvermögen

Anhand des eigenen Leistungsvermögens muss man die geeignete Kombination aus Senderlage, Wegequalität und zu überwindenden Höhenmetern wählen. Dabei kann sich die ursprüngliche Wahl durch verbesserte Peilergebnisse im Gelände auch noch verändern. Und wenn am Ende die eigene Luft und die Zeit knapp werden, dann muss man auch den richtigen Sender auslassen können.

Bei großen Peilveranstaltungen werden zudem unterschiedliche Wertungsklassen gebildet. Je nach Alter und Geschlecht müssen dann nicht alle Sender angelaufen werden. Welche Sender anzulaufen sind, gibt der Veranstalter vor dem Start bekannt.

Übrigens: Wer 10 km unter einer Stunde laufen kann (unter 16 und ab 60 Jahren ca. 7 km/h) und sich mit Karte und Kompass in unbekanntem Gelände zurechtfindet, der hat mit etwas Peilerfahrung gute Chancen in die deutschen Top-Ten seiner jeweiligen Altersklasse zu kommen.

Die verschiedenen Formen

5 Sender im Wald
5 Sender im Wald

Standard: Bei der Standard- und auch Wettkampfvariante werden fünf Sender im Wald versteckt. Alle Sender arbeiten auf einer Frequenz. Um sich nicht gegenseitig zu stören, sendet in einem 5-Minuten-Rhythmus jeder Sender nur jeweils eine Minute. Darin liegt der besondere Reiz: möglichst zur aktiven Sendeminute in die Nähe eines Senders zu gelangen, um ihn dann schnell finden zu können. Bei Übungs- und Sonderveranstaltungen können es auch einmal weniger oder mehr als die fünf Standard-Sender sein.

Zur Unterscheidung hat jeder Sender eine charakteristische Morse-Kennung, die aus den Buchstaben MO ( –– ––– ) gefolgt von der Sendernummer in Punkten besteht. Die Morse-Punkte der Sendernummer entsprechen einem Zeichen oder einer Zahl im Morse-Alphabet (• = E, •• = I, ••• = S, •••• = H, ••••• = 5), so dass die einzelnen Sender auch MOE, MOI, MOS, MOH und MO5 genannt werden.

Sender-Zyklus MOE-MO5
Sender-Zyklus MOE-MO5

In der Nähe des Ziels steht ein Rückholsender, der die Orientierung und das Finden des Ziels erleichtern soll (Morse-Kennung meist MO). Er sendet auf einer anderen, benachbarten Frequenz, um die Sender im Gelände nicht zu stören. Und er kann im gesamten Gelände gehört werden. Auf seinem Peilstrahl findet man immer zum Ziel, auch wenn man den Kontakt zur Karte einmal verloren hat.

Foxoring: Das Foxoring hat Ähnlichkeiten zum Orientierungslauf. Bis zu 15 oder gar 20 Minisender werden versteckt. Alle senden permanent und auf der gleichen Frequenz, allerdings nur mit einer Reichweite von 50 bis 100 m. Anhand von Markierungen auf einer Karte muss man zunächst in die Nähe der jeweiligen Sender gelangen, um sie dann aufspüren zu können. Wie bei der Standard-Variante befindet sich in Zielnähe ein Rückholsender auf einer benachbarten Frequenz.

Sprint: Der Sprint ist die neueste Form des Amateurfunkpeilens. 2 mal 5 Sender arbeiten auf zwei unterschiedlichen Frequenzen, jeder Sender ist nur 12 Sekunden pro Minute aktiv. Zwischen beiden 5er-Runden muss ein Zuschauer- oder Zwischenposten auf einer dritten Frequenz angelaufen werden. Am Ende wartet ein Zielsender auf einer vierten Frequenz. Der Sprint ist schnell und erfordert schnelle Entscheidungen über Reihenfolge und Routenwahl: Adrenalin pur.

Geofoxing: Das Geofoxing ist auch noch relativ neu und kombiniert Amateurfunkpeilen mit dem Geocaching – der Schatzsuche mittels GPS-Navigation. Über das Peilen werden dabei Hinweise auf den sogenannten Cache/Schatz gefunden. Geofoxing findet im Rahmen von Geocaching-Events statt. Im Siegerland sind diese Events unter dem Titel Geofoxing – Siegerland auf den entsprechenden Geocaching-Internetplattformen zu finden.

Wellenlänge 80 + 2 m: Das Amateurfunkpeilen wird auf zwei verschiedenen Frequenzbereichen betrieben. Auf Kurzwelle bei 3,5 MHz bzw. 80 m Wellenlänge und bei 144 MHz oder 2 m Wellenlänge. Auf 80 m ist das Peilen vergleichsweise einfach und genau. Auf 2 m kann man durch Reflexionen der Funkwellen an Hügeln oder nassem Laub leicht in die Irre geführt werden.

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Amateurfunkpeilen: Natur – Technik – Bewegung (…mehr als Laufen, …mehr als Karte und Kompass, …mehr als GPS und Plastikdose)